Zurückhaltend, pragmatisch, fleißig und nicht selten das Licht unter den Scheffel stellend: Viele Unternehmer und Menschen mit technischem Hintergrund packen lieber lautlos an statt sich zu profilieren oder als Experte zu positionieren.
Leider verpassen damit viele Unternehmer, aber auch Angestellte und Freiberufler wertvolle Chancen. Wer nicht von sich hören lässt, von dem wird man bald nichts mehr hören. Produkte und Dienstleistungen sind austauschbar. Was bei Mitarbeitern, Kunden und Meinungsbildnern ankommt, sind persönliche und soziale (Führungs-)Kompetenzen sowie eine authentische Persönlichkeit, oder im Marketing-Deutsch: ein Image, das man sich merkt. Mit einer konsequent gelebten und gepflegten Ich-Marke bauen Sie die Brücke zu Ihrem Unternehmen. Sie verleihen ihm ein Gesicht und einen Charakter. Es wird lebendig, bleibt in Erinnerung und im Gespräch.

Image und Marke wofür?

Ein positives Image ist eine steuerbare Investition in die Zukunft, denn

  • Marken- und Imageaufbau schafft Vertrauen,
  • es reduziert das subjektiv empfundene Risiko,
  • geht von hoher Qualität aus (Vertrauensvorschuss)
  • steigert die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, da sogar
  • u.U. ein höherer Preis erwartet wird.

Damit dies auf Dauer funktionieren kann, muss der Markencharakter konstant, widerspruchsfrei und glaubwürdig sein und sich klar von anderen unterscheiden.
Wie werden Sie zur Markenpersönlichkeit?
Es gibt Enten und Hühner. Enten legen ihre Eier und sind still dabei. Hühner gackern wie wild beim Eierlegen. Und die ganze Welt kauft Hühnereier. (Dieter Bohlen)
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Vorgehen, eine eigene Markenidentität aufzubauen. Ich möchte hier nur einige in Kürze erwähnen:

  1. Eigene Stärken freilegen und Positionierung erarbeiten: Hier helfen folgende Fragen: Was kann ich gut, wie werde ich wahrgenommen, welche Werte habe ich, wen ziehe ich an. Über welches Thema, Methode, Zielgruppe oder Special kann ich mich/mein Unternehmen positionieren? Welchen Mehrwert biete ich meinem Unternehmen?
  2. Professioneller Auftritt: Passen Sie Ihre Kleidung, Stil, Körpersprache und Sprache Ihrer Funktion und Ihrer persönlichen Message an. Wählen Sie aktuelle, qualitativ hochwertige Fotos mit positiver Ausstrahlung.
  3. Kommunikation: Planen und realisieren Sie interne und externe Kommunikationsmaßnahmen so professionell wie Ihr Unternehmen nach außen wirken soll, z.B.
  • Sprechen Sie gegenüber Kunden und Zielgruppen eine einheitliche(!), klare, zielorientierte, verständliche Sprache.
  • Lassen Sie Ihre (professionell erstellten) Werbemittel (Anzeigen, Broschüren, Website, etc.) leben, verleihen Sie ihnen „Menschlichkeit“, zeigen Sie,  dass Menschen das Unternehmen gestalten
  • Veröffentlichen Sie Geschichten über Ich-Marken in Ihrem Unternehmen
  • Veröffentlichen Sie eine Mitarbeiter- und/oder Kundenzeitung
  1. Expertenstatus: Werden Sie Experte und lassen es die Öffentlichkeit wissen über Vorträge, Fachpublikationen, Presseartikel, Interviews, Expertenrunden, eigenen Blog, Newsletter, etc
  2. Netzwerken

Treten Sie Organisationen und Netzwerken bei, erstellen Sie einen Elevator Pich, üben Sie Ihre Ich-Marke und betreiben Feinschliff, indem Sie gewonnene Erfahrungen verwerten.
Natürlich ist das Thema Markenbildung komplex. So lässt sich ein Image, eine Ich-Marke nicht von heute auf morgen in der Öffentlichkeit platzieren. Denken Sie nur daran, wie konsequent Dieter Bohlen seinen singenden Kandidaten gemeine Sprüche an den Kopf werfen musste, bis er als „bad boy“ etabliert war. Wie lange dauert es da wohl, ein positives Image aufzubauen?
Es braucht in jedem Fall Geduld. Aber es lohnt sich und bringt darüber hinaus jedem „Ich-Marken-Arbeiter“ ganz neue, persönliche Erfahrungen. Jeder Weg braucht einen ersten Schritt. Viel Erfolg!
Über den Gastautor: Snezana Galijas ist Werbe- und PR-Texterin, Chefredakteurin sowie Inhaberin von APROPOS.TEXT, Agentur für PR, Werbetext und Redaktion in 63512 Hainburg-Hainstadt.

Liebe Frau Galijas, danke für Ihren Beitrag!