02 Mai

Willkommen im Team!

Wir begrüßen ganz herzlich unsere neue Kollegin Tatja Höle-Halske, die uns seit heute in der Funktion "Assistenz der Geschäftsführung" unterstützt. Sie ist gerne für all unsere Kunden und Geschäftspartner erste Anlaufstelle für jegliche...

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Aktuelles
07 Nov

Praxis Wissen

Ein "Dreamteam"
durch unterschiedliche
Persönlichkeitsprofile

Ein wesentliches Merkmal jedes Menschen ist seine Persönlichkeit. Die Persönlichkeit bestimmt Verhaltensweisen, die Art und Weise, wie man agiert und kommuniziert und an alltägliche Herausforderungen herangeht. Wenn man mit Menschen gut kommu­nizieren möchte, ist es hilfreich, die verschiedenen Persönlichkeitsprofile zu kennen und positiv zu akzeptieren.

Grundlage der hier vorgestellten Beispiele ist das DISG-Persönlichkeitsprofil der Psychologen William Marston (1930) und John Geier (1960). Ziel ist es, für Offenheit im Umgang mit anderen Persönlichkeitsausprägungen zu werben, denn der Gewinn besteht in einer von Respekt geprägten Kommunikation und in einem po­sitiven Umgang mit Menschen.

Das Akronym DISG (engl. DISC oder DiSC) bezeichnet einen auf Selbstbeschreibung beruhenden Persönlichkeitstest (auch Profil oder Inventar genannt) mit den vier Grundtypen Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Dieses Testverfahren erhebt zwar den Anspruch, wissenschaftliche Gütekriterien zu erfüllen, bislang wurde jedoch ein entsprechender Nachweis durch unabhängige Studien nicht erbracht. Aufgrund einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 21. Januar 2010 (AZ: I ZR 206/07) wurden die Rechte an dem Markennamen DISG® von der Persolog GmbH auf die Inscape Publishing Inc. übertragen.

DISG - Vier Persönlichkeitsprofile

Im DISG-Persönlichkeitsmodell gibt es vier Hauptausprägungen der Persönlichkeit, die eine tendenzielle Aussage über das Ver­halten zulassen:

Dominant - Initi­ativ - Stetig - Gewissenhaft

  • Dominante Menschen sind ziel­orientiert, veranlassen Dinge und nehmen Herausforderungen an. Es macht Ihnen Spaß, Entschei­dungen zu fällen und ein hohes Tempo zu gehen. Sie beanspru­chen Autorität, handeln ener­gisch, übernehmen gerne das Kommando und sind stets lösungsorientiert. Im Umgang mit Menschen bevorzugt der domi­nante Persönlichkeitstyp kurze und prägnante Antworten, wenig Diskussion und betont häufig die Logik seiner Ideen und Vorge­hensweisen.
  • Der initiative Mensch lebt auf, wenn Menschen gewonnen und zusammengebracht werden müs­sen. Er knüpft gerne Kontakte, drückt sich klar aus, schafft gerne eine motivierende Atmosphäre und versucht, Begeisterung zu verbreiten. Gerne geht dieser Typ auf Ideen und Veränderungen ein und sucht Anerkennung, für alles, was er tut. Im Gespräch ist er of­fen, freundlich und herzlich, was der Initiative auch von anderen erwartet. Er ist zu beeindrucken durch begeisternde Ausstrahlung.
  • Eine stetige Person fühlt sich herausgefordert, wenn sie mit an­deren zusammenarbeiten kann. Sie hält Vorgaben und Abläufe ein, ist geduldig, entwickelt speziali­siertes Können und vermag sich auf Aufgaben zu konzentrieren. Die stetige Persönlichkeit ist loyal, treu und ein guter Zuhörer. In ei­nem Team kann die ruhige Art aufgeregte Situationen beruhigen. In dem Miteinander nimmt der Stetige gerne Ideen anderer an, arbeitet konstruktiv zusam­men und strebt einen reibungslo­sen und stabilen Ablauf an. In sei­nem Umfeld ist ihm Sicherheit, echte Wertschätzung und eine stets geregelte Vorge­hensweise von großer Bedeutung. Stetige Men­schen reagieren auf Worte wie Verlässlichkeit und Geduld.
  • Der gewissenhafte Mensch nutzt Bekanntes und Bewähr­tes, um Qua­lität zu si­chern. Er folgt Nor­men und Anweisungen, konzentriert sich auf Details und arbeitet gerne in geregelten Ver­hältnissen. Der Gewis­senhafte ist ein kriti­scher Denker und wird von dem Wort „Genauigkeit" angetrieben. Er braucht Gruppenzuge­hörigkeit, festgelegte Arbeitsvorgänge und Si­cherheitsgarantien. Au­ßerdem geht er mit Menschen diplomatisch um und ordnet sich Autoritäten unter. Im Gespräch erwartet er lo­gisch ersichtliche Fak­ten, Einzelheiten und Details.

Was tun?

Gute Resultate kommen in Gruppen zumeist dann zustande, wenn alle Persönlichkeitstypen ver­treten sind und ihre per­sönlichen Stärken ein­bringen. Die Bremer Stadtmusikanten oder die Beatles sind gute Bei­spiele. Das Dreamteam wird erst durch die unterschiedlichen Stär­ken und Persönlichkeiten unverwechselbar und damit zum Dreamteam.

So gelingt positive Kommunikation

Fazit: Verinnerlichen Sie das Wissen, dass es verschiedene Persönlichkeitstypen gibt. Kein Typ ist absolut gesehen besser als der andere. Versuchen Sie, die Vorgehensweise verschiedener Persönlichkeitstypen zu verstehen, zu akzeptieren und für die gemeinsame Sache zu nutzen. So werden Sie mit allen Ausprägun­gen menschlicher Persönlichkeit gut umgehen können, vermeiden gleichzeitig Konflikte und gestal­ten gemeinsam ein Umfeld für re­spektvolle und positive Kommuni­kation.

Buchtipps:

Lothar J. Seiwert, R Gay, „Das 1x1 der Persönlichkeit", Verlag Gabal, 2001, ISBN: 3-930799-32-4.

F. Gay, „DISG-Persönlichkeitsprofil", Verlag Gabal, 2001, ISBN: 9-923984-44-8.

Bildnachweis: © Can Stock Photo Inc. / wacker

 

 

 

06 Nov

Praxis Wissen

Effizientes
Selbstmanagement braucht
Pausen

Ziele set­zen, Prioritäten definieren, Pläne umsetzen. Die drei wichtigsten Punkte, um effektiv und effizient zu arbeiten, ohne sich selbst auszupowern. Wesentlicher Bestand­teil des Selbstmanagements ist die Planung von Pausen. Nicht durch Hetze, sondern durch einen ausgeglichenen Tagesablauf er­reicht man seine Ziele.

Hierzu eine kleine, Ihnen vielleicht bekannte Geschichte: Til Eulenspiegel ist auf dem Weg in die Stadt. Da fliegt ein Pferdege­spann mit einem Bauern heran. „Bursche, wie komme ich am schnellsten in die Stadt?", fragt der Bauer, nachdem er mit wüstem Zug die Pferde gestoppt hat. Til antwortet: „Indem Ihr langsam fahrt, Herr." „Du Tor", antwortet der Bauer, lässt die Peitsche knal­len und rast davon. Nach einer Stunde der Wanderschaft, kurz vor der Stadt, traut Til seinen Au­gen kaum. Das Pferdegespann steht am Wegesrand mit gebro­chenem Rad. (Gekürzte Version)

Tempo begrenzen - Ziele erreichen

„Wer schnell ist, ist auch schnell am Ende", meint nicht nur Wirt­schaftspädagoge und Zeitforscher Karlheinz Geißler in seinem Buch „Vom Tempo der Welt" (Verlag Herder). Im Folgenden wird anhand von fünf Punkten erläutert, wie man der täglichen Hetze etwas entgehen kann und dabei trotzdem seine persönlichen Ziele erreicht. Ruhe und Muße sind kein Hinderungsgrund, sondern Grundvoraussetzung um Ziele zu erreichen.

  1. Am roten Faden orientieren
    Machen Sie sich bewusst, was Sie tun. Formulieren Sie Ziele und setzen Sie Prioritäten. Beurteilen Sie geplante Aktivitäten danach, ob diese Ihre Ziele unterstützen. Versuchen Sie, in Ihrer Tagespla­nung einen roten Faden zu defi­nieren und sich an diesem zu orientieren. Das macht Ihr tägli­ches Tun bewusster, lässt Sie effek­tiver werden und hilft Ihnen, Ihre Ziele mit einem Lächeln auf den Lippen zu erreichen.
  2. Keep cool - bei Warte­zeiten und Pausen
    Eine Pause ist ein Frischma­cher. Gönnen Sie sich Ihre Ru­hepausen und lassen Sie ein­fach mal die Seele baumeln. Beobachten Sie, was um Sie herum passiert und seien Sie offen für Neues. Die neuen Plakate an der Bushaltestelle, die Vielfalt der Blattfarben im Herbst oder die neuen Bilder in der Bürolobby. Kurz, lassen Sie Ihre Gedanken schweifen und träumen Sie. Ihr Akku lädt sich automatisch auf und Sie starten entspannt in den verbleibenden Tag.
  3. Dem eigenen Rhythmus folgen
    Gegen den eigenen inneren Rhythmus geht nichts. Analysie­ren Sie, wann Sie welche Tätigkei­ten am besten und effektivsten erledigen können. Beobachten Sie sich selbst und befragen Sie Ihr Umfeld. Sie werden überrascht sein, wenn sich Ihr persönlicher Rhythmus herauskristallisiert und noch überraschter, wenn Sie mer­ken, wie viel effektiver Sie wer­den, wenn Sie diesem Rhythmus folgen.

    Ein authentisches Bekenntnis und die daraus gewonnene Konsequenz: „Früher bin ich morgens gelaufen und habe mir für abends noch private Dinge wie Briefe schreiben und sonstige Arbeiten vorgenommen. Das mit dem Lau­fen hat gut geklappt, doch abends war ich häufig kaputt und musste mich regelrecht zwingen, noch et­was im Büro zu erledigen. Dann habe ich meinen Rhythmus analy­siert und erkannt, wie kreativ und voller Energie ich am Morgen schon bin. Ich beschloss, meine persönliche Arbeit morgens zu er­ledigen. Damit war der Druck für den ganzen Tag weg und abends hatte ich keine Mühe, mein Sport­programm durchzuziehen. Ein gutes Gefühl, meine Ziele erreicht zu haben."
  4. Nicht zuviel auf einmal machen wollen
    Wie Hirnforscher herausgefunden haben, schwächt das gleichzeitige Erledigen von zwei Tätigkeiten (Multitasking) unsere Kon­zentrationsfähigkeit. Dies führt dazu, dass zumeist beide Tätigkeiten nur mittelmäßig erledigt werden. Gleichzeiti­ges Telefonieren und Lesen von E-Mails verlängert zum Beispiel die Dauer des Telefo­nats und führt meist dazu, dass nur die Hälfte des Gesag­ten wahrgenommen wird. Kurz gesagt, Sie verlieren durch Multitasking Zeit, Qua­lität und Konzentration. Ergo: Eines nach dem anderen erledigen.
  5. Entspannen Sie „bewusst aktiv" statt „reaktiv"
    Entspannen Sie aktiv, indem Sie Ruhephasen und Zeit für sich ein­planen. Sie vermeiden dadurch aufkommende Hetze, werden wieder frisch, behalten den Über­blick und bleiben locker. „Reak­tiv" entspannen, das bedeutet, erst dann zu entspannen, wenn nichts mehr geht und man sich ausgepumpt fühlt. Mit dieser re­aktiven Vorgehensweise bringt man sich lediglich aus dem nega­tiven Bereich zurück in den leicht positiven Bereich; um dann aber wieder recht schnell im negativen Bereich zu landen. Sie fühlen sich trotz Entspannung unzufrieden und Versagen ist letztendlich programmiert. Treten Sie auf die Bremse, entspannen Sie „bewusst aktiv" und bleiben Sie im positiven Bereich Ihrer Leistungsfähig­keit.

    Nutzen Sie Pausen, folgen Sie Ihrem persönlichen Rhythmus, entspannen Sie bewusst aktiv und lassen Sie sich von niemanden hetzen, denn am Ende des Tages sind Sie allein verantwortlich für Ihre Ergebnisse, aber auch für Ih­re Stabilität und Ihr Wohlbefin­den.

Bildnachweis: © Can Stock Photo Inc. / wacker

05 Nov

Praxis Wissen

Mein Standpunkt -
einfache Formeln, ihn zu
vertreten

Wer kennt die Situation nicht: Man möchte den eigenen Standpunkt deutlich wiedergeben, aber vor lauter Aufgeregtheit werden die Ausführungen verwischt und undeutlich.

Hier kann die Rhetorik Hilfestellung bieten. Einfache „Formeln" können dabei helfen, den eigenen Stand­punkt klar und deutlich zu formu­lieren. Wir möchten Ihnen zwei Formeln vorstellen, mit denen Sie dieses Ziel mit etwas Übung erreichen können.

Inhalte bewusst machen

Wenn Sie sich auf ein Gespräch vorbereiten, dann besteht der er­ste Schritt darin, sich auf die Hauptaussage zu konzentrieren, die vermittelt werden soll. Danach konzentrieren Sie sich auf die Zielperson - vielleicht ein Mitarbeiter oder ein Kunde - und stellen sich sprachlich auf sie ein. Wichtiger Tipp: Nicht verbiegen, bleiben Sie sprachlich immer Sie selbst.

Drei-Satz oder "ohne Mühe Forderungen durchsetzen"

Diese rhetorische Formel vermag Forderungen direkt und ohne Schnörkel zu formulieren.

Wenn - Dann -Also

Wenn: Das „Wenn" enthält die Ziel­formulierung, das heißt hier wird das Ziel, der Nutzen oder der Wunsch benannt.

Dann: Im „Dann" wird der Weg beziehungsweise der Prozess als Forderung formuliert.

Also: Das "Also" benennt Konse­quenzen oder die Maßnahmen und Aktionen, die zur Zielerrei­chung notwendig sind und des­halb eingeleitet werden müssen.

Beispiele:

Drei-Satz 1

Wenn Sie Ihren Umsatz steigern wollen, dann müssen Sie die Vertriebsstruktur verbessern, also soll­ten Sie eine Analyse vornehmen.

Drei-Satz 2

Wenn wir die gegenwärtige Situation jetzt di­rekt durchgehen, dann ver­meiden wir spätere zeitrau­bende Rückfragen. Also lassen Sie uns die Zeit nehmen, um alle Details jetzt und hier zu besprechen.

 

Vier-Satz oder Standpunkte klar formulieren

Im Vier-Satz geht es um die For­mulierung der eigenen Stand­punkte. Auch die Vier-Satz Formel ist als Kausalkette aufgebaut und garantiert damit die Verständlich­keit. Der Vier-Satz gilt allgemein als der „diplomatische Weg", da der Standpunkt in bekennender Weise wiedergegeben wird.

Standpunkt - Begründung - Beispiel - Folgerung

Standpunkt: Der Standpunkt ent­hält Ihre Behauptung, Ihre Mei­nung oder Ihre Forderung.

Begründung: Die Begründung enthält die eigentliche Argumenta­tion, die zum Standpunkt führt. Tipp: Halten Sie die Begründung be­wusst kurz. Dies garantiert, dass die Kausalität des Vier-Satzes nicht verwaschen und undeutlich wird.

Beispiel: Ein Beispiel illustriert den Standpunkt, in dem ein asso­ziierendes Bild im Kopf des Ge­sprächspartners erzeugt wird. Be­sonders zu empfehlen sind bild­hafte Assoziationen, da diese be­sonders haften bleiben. Aber schweifen Sie nicht ab und ver­meiden Sie unnötiges Aufblähen Ihrer Ausführungen.

Folgerung: Der Vier-Satz schließt in der Folgerung mit der Wiederholung des Standpunktes. Jetzt weiß jeder, was Sie wollen und was Ihre Meinung ist - gut untermauert durch Begründung und Beispiel.

Beide Formeln arbeiten mit Kausalketten, die in aller Regel leicht verfolgbar sind. Erkennt der Gesprächspartner die Kausalket­te, also die zeitliche oder sinnhaf­te Abfolge der Argumentation, ist das Verständnis und zumeist auch die Zustimmung gesichert.

Probieren Sie die beiden For­meln mal aus. Üben Sie diese an­hand einfacher Beispiele mit ei­nem Partner. Dadurch gewinnen Sie Routine, es auch im Alltag spontan einsetzen zu können. Sie wissen doch, nur Übung macht den Meister.

Beispiele:

Vier-Satz 1

Standpunkt: Sie sollten eine Analyse Ihrer Vertriebsstruktur vornehmen,

Begründung: dadurch können Verbesserungspotenziale herausgearbeitet werden.

Beispiel: Sie haben doch den Erfolg des Unternehmens xy miter­lebt. Es hat durch eine Optimierung der Vertriebsstruktur deutliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen.

Folgerung: Deshalb empfehle ich Ihnen eine grundlegende Analyse mit entsprechenden Konsequenzen.

Vier-Satz 2

Standpunkt: Es würde mich sehr freuen, wenn wir die Ist-Situation gemeinsam durchgehen könnten.

Begründung: Dadurch können wir auftretende Fragen direkt hier besprechen.

Beispiel: Bei dem Unternehmen xy hat diese Praxis gut ge­klappt.

Folgerung: Deshalb lassen Sie uns bitte die Details gemein­sam durchgehen.

Bildnachweis: (c) Gerd Altmann/pixelio.de

 

03 Nov

Praxis Wissen

Das Bauchgefühl:
Intuition als Ratgeber
bei Entscheidungen

Intuition und Bauch­gefühl melden sich ständig und bestim­men unser Handeln und unsere Gefühle. Sympathie für andere Menschen, die Gewiss­heit, dass man mit der neuen Chefin richtig gut zusammenarbei­ten wird und das inne­re Gefühl, dass man dem neuen Finanzbe­rater wirklich vertrau­en kann. Auch der Zeitpunkt, wann etwas reif ist, es anzugehen, wird häufig durch das Bauchgefühl spürbar. Alles Einschätzungen, die durch keine Daten untermauert sind. Wenn je­mand fragt, woher weißt du das? Dann kommt häufig die Antwort: „Ich weiß nicht, aber ich hab' da so ein Gefühl." All dies lässt sich unter dem Schlagwort der Intui­tion subsummieren.

Woher kommt das Kribbeln im Bauch?

In der Neurophysiologie (A. Damasio) bezeichnet man Reaktionen wie das Kribbeln im Bauch, das innere Unruhegefühl, die flat­trig werdende Stimme und das ungute Gefühl im Magen als somatische Marker. Sie entstehen durch das unbewusste Zusammenwirken und Reflektieren von äußeren Ge­gebenheiten mit bewusst wie un­bewusst gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit. Die körper­liche Reaktion vermittelt dann das „Ergebnis" dieser Reflexion - po­sitiv wie negativ.

Der Nutzen

In einer Welt der schnellen Ent­scheidungen ist eine komplette Entscheidungsanalyse nicht im­mer umzusetzen. Häufig ist es aber gerade die Kombination aus Komplexität und Zeitdruck, die zwingt, auch aus dem Bauch her­aus zu entscheiden. Da der Ver­stand allein eine nicht immer voll­ständige Entscheidung bringt, ist es richtig, auch das Bauchgefühl - die Intuition - mit hinzuzuziehen. Der Eindruck „Achtung, hier ist irgendetwas faul" hat schon viele Men­schen vor Fehlern bewahrt. Ent­sprechend ist es auch nicht ver­wunderlich, dass selbst erfolg­reichste Konzernchefs wie zum Beispiel Wendelin Wiedeking (Porsche AG) angeben, rund 10 Pro­zent ihrer Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen. (Quelle: Stepp K. (2002): Kopf oder Bauch, Capital EXTRA 12/2002).

Was ist zu tun?

Akzeptieren Sie das Vorhandensein von Intuitionen. Nehmen Sie diese Intuitionen nicht als Hemmnis, son­dern als guten Berater bei Entschei­dungen an. Nehmen Sie sich Zeit zu ent­spannen, auch und gerade in hek­tischen Momenten, denn dann melden sich die Intuition und das Bauchgefühl, schärfen Ihre Gedanken und reflektieren Ihre Wahrnehmungen.

Hören Sie auf Ihre innere Stim­me, gerade auch bei negativen Signalen. Dies versetzt Sie in die Lage, herannahende Risiken und Gefahren frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Alternativen für den geplanten Weg zu finden.

Wenn Sie Ihr Bauchgefühl ein­mal nicht deuten können, sprechen Sie mit Freunden und Bekannten. Der Austausch fördert nicht selten die Ursache für das gute oder un­gute Bauchgefühl zutage.

Ist Intuition eine Art Kompetenz?

Diese Frage ist schwer zu beant­worten, denn Kompetenz steht zu­meist im Zusammenhang mit faktischem Wissen oder mit dem kon­kreten Beherrschen von Metho­den. Es ist ein Zeichen der Stärke, wenn ein Mensch seine Intuitionen und sein Bauchgefühl zulässt und als Entscheidungshilfe zu nutzen in der Lage ist. Fällen Sie Ihre Entscheidungen auf der Basis der sachlichen Entschei­dungsanalyse, abgesichert durch ein gutes Gefühl im Bauch, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Bildnachweis: Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

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